(West) Zentraleuropa

Seit 1989 werden im Bezug auf die geographische Lage und obwohl unser Subkontinent (weitläufig grob als Einheit betrachtet) polit- u. kulturhistorisch östlich ab 30° Länge langsam zu enden beginnt, von unterschiedlichen Organisationen (Bsp. Central European Defense Cooperation, Central European Initiative, dem früheren Central European Free Trade Agreement etc.) sowie in einschlägigen Publikationen (Bsp. Ständiger Ausschuss für geographische Namen, Interreg Central Europe etc.) verschiedene, teils groteske,  Mitteleuropa Bilder vermittelt. Ob all diese, und in ihrer Definition oft gegensätzlichen Vorstellungen identitätsstiftend oder im Sinne einer europäischen Friedensordnung sind, will ich im Nachfolgenden etwas erläutern. Denn die Vereinigung des gesamten heute und ursprünglich als mitteleuropäisch deklarierten Territoriums wäre vorerst, wegen der Analytik der „politischen“ Spielführer, womöglich recht prekär. Dabei ist, zum Ausbau einer neuen Identifikation innerhalb einer EU oder  Ähnlichem, gerade diese geografische Komponente als Ersatz für die bisherige Form des  Nationalstaates nicht zu unterschätzen.
Als Laie erhebe ich jedoch ausdrücklich keinerlei Anspruch auf die Korrektheit bzw. Allgemeingültigkeit meiner Aussagen, Daten oder Graphiken und möchte auf Grund von Beobachtungen lediglich mit einer rein fiktiven, kurz skizzierten Alternative ohne weitergehende Ambitionen aufwarten.
Zentraleuropa oder West Zentraleuropa, ist eine Interpretation des Denkmodells ZEG bzw. DSG (Zentraleuropäische Gemeinschaft / Deutschsprachige Gemeinschaft) von Michael Frietsch aus den Jahren 2011/12 und bezieht sich nach einigen Überarbeitungen meinerseits, ähnlich wie im ersten Entwurf Michaels, mehr auf die imaginäre politische Vereinigung des mittlerweile als westlichen Teil Mitteleuropas bezeichneten Gebietes inklusive Südskandinaviens in zwei möglichen Hauptkonstellationen. Wobei hier das erste Modell, die alleinige Vereinigung von Deutschland und Dänemark,  etwas favorisiert dargestellt werden soll! Weiterhin wird daß, nach jahrzehntelanger Vorbereitung, im Januar 2019 mit dem Vertrag von Aachen, neu aufgelegte  „Framanien“ (Frallemagne) kritisch umschrieben. 

 

Name: WEST CENTRAL EUROPE oder CENTRAL EUROPE

Mitglieder: Dänemark, Deutschland, (Österreich, Tschechien)

Gliederung: Staatenbund aus 4 bis 6  Bundesstaaten (bzw. Bundesstaat mit 4 bis 6 Bundesländer) und  22 resp. 39 Regionen (DK) / Länder (D, A) / Oblasti (CZ) (incl. Kommunen [DK]/ Landkreise [D]/ Bezirke [A]/ Kraje [CZ])

Organisation: Einkammersystem mit Bundesrat zu 200 bis 300 Sitze (50 pro Bundesstaat / Bundesland), worauf auch die Mitglieder der Bundesregierung / Bundesministerien zu gleichen Teilen gestellt werden

Fläche: ~399400 km² bis ~562000 km²  

Bevölkerung: ~86 Mio. bis ~105 Mio.  

BIP: ~4090 Mrd. USD bis ~4757 Mrd. USD 

Amtssprachen: dansk, deutsch, ceština (friisk, nedderdüütschserbšćina, hrvatski, magyar, slovenščina [english])

Bundeshauptstadt: Northeim,  Cheb oder keine

 

fiktive Bundesstaaten / Bundesländer, Einwohnerzahl, Größe, Hauptstadt, BIP:

1. DÄNEMARK ~5,5 Mio. (~10,0 Mio.) / ~43000 km² (~60600 km² mit  Schleswig-Holstein, Hamburg u. Vorpommern-Rügen) / Kopenhagen / ~370 Mrd. USD (zusammen ~610 Mrd. USD)

2. WESTDEUTSCHLAND  ~42,0 Mio. (~37,5 Mio.) / ~142200 km² (~125600 km² ohne Schleswig-H. u. Hamburg) / Bonn / ~1919 Mrd. USD (~1678 Mrd. USD)

3. OSTDEUTSCHLAND  ~15,5 Mio. / ~108100 km² (~106900 km² ohne [Vorpommern-] Rügen) / Berlin / ~561 Mrd. USD

4. SÜDDEUTSCHLAND  ~23,5 Mio. / ~106300 km² / München / ~1240 Mrd. USD

5. ÖSTERREICH ~9,0 Mio. / ~83800 km² / Wien / ~421 Mrd. USD

6. TSCHECHIEN ~10,0 Mio. / ~78800 km² / Prag / ~246 Mrd. USD

 

Erste Erläuterungen:

Das Zusammenfassen bzw. Aufteilen der einzelnen Staaten zu/auf mehrere(n) kleinere(n) Einzelverbände(n) wäre, auch im Bezug einer praktikableren Verwaltung der ~500 Mio. Einwohner Europas (ohne Mittelmeerunion), vielleicht sinnvoller und attraktiver für die Bürger oder nicht EU Mitglieder. Mit Einführung einer geografischen Komponente (o. Ä.) könnte so die Einbettung und das Zusammenwachsen (Aufgehen) vergleichbarer nationaler, ethnischer sowie historischer Befindlichkeiten in dauerhafte Bündnissysteme erleichtert werden. Neben dem bisherigen Nationalstaat und der Deutschsprachigen Gemeinschaft (D, A) ist Zentraleuropa (Central Europe oder West Central Europe), als Staatenbund oder Bundesstaat, nun eine weitere Möglichkeit dem entgegen zu kommen. So könnte das Europa der Unionen oder Großstaaten, als Garant der Vielfalt, Flexibilität und Innovation, zur fingierten Reduktion „souveräner“ ansprechbarer politischer Gebilde innerhalb der EU, ohne sukzessive regionale Zersplitterung sondern durch behutsame Dezentralisierung vermutlich ein weiterer Schritt in Richtung einer dauerhaften Einigung unseres Subkontinents sein.

> Tschechien, Österreich und Deutschland verband, laut  herkömmlicher Geschichtsschreibung, in der Vergangenheit eine mehrere Jahrhunderte währende mehr oder minder gemeinsame staatliche Ordnung. Sie teilen mit Dänemark, neben ihren enormen wirtschaftlichen u. kulturellen Verflechtungen, heute eine „vorrangig“ auf Deeskalation und Verständigung ausgerichtete Politik ohne sichtbare expansive Ambitionen. Deshalb wäre im Prinzip eine unionelle politische Einigung von staatlichen Territorien unterschiedlicher Amtssprachen mit diesen wenigen und zum Teil relativ „jungen“ Nationen innerhalb Europas am problemlosesten. Ebenso ist die Annäherung und Erhaltung der Lebensverhältnisse im Falle einer gemeinsamen Währung, im Unterschied zu Gesamteuropa, hier am leichtesten.
> Zur Wahrung möglicher konträrer Interessen der Initiatoren, den Regierungen Englands, Frankreichs, der USA, Russlands und der Oststrategie des Probanden selbst, wäre die Aufnahme Polens vorerst eventl. nicht zu empfehlen. Der Beitritt Sloweniens, der Slowakei sowie Ungarns ist zumindest recht kritisch zu betrachten und die Beteiligung des südosteuropäischen Kroatiens zwecks der Balkanproblematik etwas ungünstig. Die Gesamtmitgliedschaft der Schweiz, ist neben ihrer gewichtigen Bedeutung, auch wegen Frankreich bzw. Italien zu problematisch. Vergleichbares gilt für Liechtenstein, Luxemburg und den nicht eindeutig mitteleuropäischen Niederlanden bezüglich eventueller Bedenken Großbritanniens bzw. Frankreichs und dem dann gleichzeitigen Vorliegen zweier Monarchien. Das Baltikum möge allein schon wegen der unnötig zusätzlichen Konfliktdynamik (zwecks Russland) ganz ausgespart bleiben. Denn vorerst  bleibt Europa als Abbild der globalen Polarität ein Kandidat im Hinterzimmer auf Warteposition, welcher erst (falls überhaupt erwünscht) nach langzeitlicher Formung von Kernstrukturen zum Einsatz kommen könnte.
> Das Projekt sollte nicht die Fläche und das BIP großer kontinentaler Staaten wie Frankreich oder Großbritannien fundamental überschreiten. Eine Erweiterung hin zum östlichen Teil Mitteleuropas wäre kontraproduktiv, da zumindest ein Pufferstaat und/oder Gegenpol wegfallen bzw. sich der Kontrolle des westlichen Blockes entziehen und so das Projekt selber  in den Fokus des großen „geo“strategischen Pokers geraten würde. Damit stünde der wiederholten Destabilisierung und nachträglichen Spaltung Mitteleuropas nur die Logik der Vernunft im Wege. Der permanente Druck zum Konsens, aufgrund der diffizilen Zangenlage, ist ein Kompromiss mit der westlichen / atlantischen Agenda, aber auch möglicher Garant für Stabilität. So wirken vergleichbar starke dezent miteinander konkurrierende Einheiten ausgleichender als das Monopol eines großen Machtblocks. Das Projekt steht damit in diskreter Konkurrenz zu den Modellen des StAGN, der CEI, der CEDC und den älteren Veröffentlichungen der Mitteleuropa Protagonisten (Heinrich von Gagern, Joseph von Radowitz, Felix zu Schwarzenberg, Karl Ludwig von Bruck, Friedrich Naumann, Ernst Jäckh,  Walther Rathenau und Karl Haushofer) des 19./20. Jhd. wo mehr die Hegemonie eines zentralen Schwergewichtes favorisiert wird. Wobei durch das Einverleiben der östlichen Pufferstaaten inklusive einer Präsenz auf dem Balkan, auch im Falle „absoluter Neutralität“, die Konfrontation mit den Nachbarn vorprogrammiert sein könnte. Denn die Potenz eines größeren mitteleuropäischen Konglomerates ist, im Sinne eines dienstbaren Geistes, letztlich (wiedereinmal) auch als Werkzeug dritter interpretierbar. Deshalb vermag lediglich ein kleineres und mehrheitlich westl. Zentraleuropa, nach heutigem Stand der Realitäten, seine dauerhafte Existenz sicherzustellen. So sollte es sich also um seines Friedens Willen, vor dem Hintergrund der Interessen seiner Anrainer, keine noch so zaghaften imperialen Attitüden und auch nicht den Luxus eines großen sich breit nach Osten bzw. Südosten ausdehnenden, wirtschaftlich konkurrenzlos dominierenden Flächenstaates leisten. Um unnötigen Differenzen erfolgreich aus dem Weg gehen zu können müsste sein Einfluss auf beiden Sphären, ebenso wie im Westen, limitiert bleiben. Es mag dazu die Rolle eines bescheidenen annähernd neutralen aber einträchtigen Mittlers annehmen und ausbauen.
> Dieses Projekt wäre eine fiktive Alternative zur Europäischen Union als Europa der Unionen bzw. Teil einer künftigen EU Raumgliederung als Bundesstaat/Staatenbund oder separates Engagement.

 

Gründe für die Auswahl der benannten Mitglieder und fiktive Organisation:

> Deutschland als “examinierter” Taktgeber Europas, wird sich hinsichtlich seiner geographischen Lage, immer in einer leicht umstrittenen und ungünstigen Position befinden. Diese muss daher ähnlich wie bei kleineren Staaten langfristig und effektiv stets aufs Neue abgesichert werden. Da seine eigenen Interessen mit denen der Nachbarn ständig zu kollidieren drohen, ist seine partnerschaftliche Einbindung, wie zum großen Teil schon verwirklicht, derzeit weiterhin existenziell notwendig. Ob die Schaffung (neben der Integration innerhalb der EU)  eines Superstaates oder einer überdimensionierten Großregion (siehe StAGN oder Aachener Vertrag) dazu hilfreich ist darf bezweifelt werden. Wie oben schon angedeutet sind die Karten bereits verteilt und die momentanen Realitäten schlichtweg noch völlig andere, als das man ihnen mit den mittlerweile etwas antiquierten Ideologien der vorigen zwei Jahrhunderte beiwohnen könnte. So bleibt neben der mit Hohem Augenmaß und wachen Ohren zu beobachtenden erwähnten kontinentalen Partizipation über Frankreich innerhalb der EU, nur die engere Bindung im direkten Umfeld ohne arge Benachteiligung anderer geplanter oder bereits bestehender Projekte übrig. Ein Auferstehen des in den “offiziellen” Annalen beschriebenen “Karolingerreiches”, dem so genannten “Framanien” (Frallemagne) als Grundlage einer EU 2.0, welches einigen nicht ganz unbedeutenden „neurömischen“ Nostalgikern vorschwebt würde mit Blick auf die jüngere Geschichte (der französischen Affinität zum ineffektiven Zentralismus und Sozialismus) wahrscheinlich deutlich zu Ungunsten der föderativen und eher liberal-sozialen Strukturen Deutschlands ausfallen. Denn ob ein im Haushalt stets defizitär agierender Partner sinnvoll beim Erhalt des Ausgleichs der eigenen Bilanzen ist, darf ausdrücklich bezweifelt werden. Auch ist es äußerst fragwürdig, ob eine Politik der dauerhaften Militäreinsätze in Afrika und Nahost, den ursprünglich protektiven außenpolitischen Interessen Deutschlands dauerhaft gerecht werden kann. Der damit abermalige Aufbau eines fulminaten, alles beherrschenden Machtgefüges innerhalb Europas muß nicht zwangsläufig im Interesse einer interdisziplinären Zusammenarbeit mit den anderen, dann wirtschaftlich wesentlich kleineren Nachbarstaaten oder deren Bündnissen (wie Visegrad Group, Three Seas Initiative, Benelux, Nordic Council, einer irgendwann eventl. möglichen Baltischen Union, Iberischen Vereinigung oder einem Balkan Bund bzw. des schon bestehenden Southeast European Cooperation Process etc.) sein. Als Konsequenz dieser suspekten Symbiose wird Polen vermutlich versuchen die 3 Meere Initiative (das Intermarium von Czartoryski und Pilsudski) weiter voran zu treiben, was uns (angesichts zu unterschiedlicher Interessen der Mitglieder und deren Abhängigkeiten als Nettoempfänger) zumindest mittelfristig eine erneute Spaltung Europas bescheren könnte. 

> Dänemark war, u.a. bedingt durch das langanhaltende Interesse an dem zum Groß ehemals in dänischen Besitz  befindlichen deutschsprachigen Teil Schleswig-Holsteins, der nordvorpommerschen Ostseeküste, dem Beinah Beitritt zum deutschen Bund, dem zum Teil deutschen Wurzeln des dänischen Königshauses und einer vergleichbaren energiepolitischen Ausrichtung ebenfalls ein jahrhundertelanger Partner oder Konkurrent seines südlichen Nachbarn. Die unterschwellige Diskrepanz der letzten 160 Jahre gegenüber Deutschland, könnte durch das west zentraleuropäische Projekt u.a. mit Hilfe eines Ausgleichs und  intensivierten Zusammenarbeit im Bereich Energie (Offshore Windparks etc.), Küstenschutz, Großprojekte ( Fehmarn Tunnel etc.) fruchtbar zum Abschluss gebracht werden. Somit ist eine Anbindung, auch wegen des Rückzugs seines Einflusses vom Nordatlantik aufs Kernland und der durch einen womöglich weiteren Ausbau des nordischen Rates zweifelhaften Wiederbelebung  einer engeren Skandinavischen (Kalmarer) Union, an Mitteleuropa nicht ganz unwahrscheinlich. Dafür spricht auch die „Deutschland Strategie Dänemarks“ (Uofficiel oversaettelse af REGERINGENS STRATEGI FOR TYSKLAND) der Dänen aus dem Jahre 2016. Am Rande sei erwähnt, daß der Dannebrog fast identisch mit der alten deutschen  Reichsfahne (silbernes Kreuz auf rotem Grund, dem symbolischen „Blut und Eisen“) aus dem 12. Jhd. ist.

> Tschechien (Böhmen, Mähren) war mehrere Jahrhunderte gemeinsam mit den Territorien des heutigen Deutschland und Österreich im Heiligen Römischen Reich verbunden. Zur Formung eines Kernlandes und der Inanspruchnahme ein mitteleuropäischer Bundesstaat oder Staatenbund sein zu wollen wäre seine Mitgliedschaft wünschenswert. Dies ist u.a. aus strategischer Sicht bedeutsam, da geografisch dezentrale Staaten im Konfliktfall weniger effektiv zu managen wären. Kulturhistorisch steht Tschechien den dtspr. Staaten, trotz der problematischen Vergangenheit, näher als alle anderen mitteleuropäischen Länder. Es ist selbst heute noch, trotz seiner mit Liebe gepflegten “Sonderstellung”, relativ deutlich pro westlich eingestellt und wird langfristig innerhalb Visegrads oder der Drei Meere Initiative (zumindest mit Polen als weiteren Partner) dauerhaft kaum vollumfänglich seine Interessen wahren können.  Günstiger sieht das schon beim Eintritt in einer möglichen Donauvereinigung deren Ausdehnung ähnlich dem der alten KuK entspräche, das in den Graphiken beschriebene Süd Zentraleuropa bzw. der schon bestehenden CEDC, aus.

> Österreich blieb, als einer der Hauptländer des ehemaligen HRR bis zum Ende des Deutschen Bundes, für über 900 Jahre Teil eines relativ beständigen mitteleuropäischen Konstruktes. Seit seiner etwas erfolglosen Annäherungsversuche ab den 1990 ziger Jahren am früheren Mitstreiter Ungarn, ist es nun vielleicht eher willens sich jenseits Cisleithaniens, dem alten Bekannten im Norden (Deutschland) noch intensiver als bisher zu zuwenden. Die erneute Konvergenz, seit 2018, an seine östlichen Anrainer lässt jedoch auch Raum für anderweitige Spekulationen, wie den Anschluß an  Visegrad oder den Ausbau einer Donauförderation bzw. der bereits etablierten Zentraleuropäischen Verteidungskooperation.

> Mit ~1,5 Mio. L2 Deutschsprechern zählt Tschechien neben Dänemark, im Verhältnis zur Population, in Europa mit zu den führenden Staaten bei der Möglichkeit einer linguistischen Verständigung mit seinen teutonischen Nachbarn.

> Die Aussöhnung zwischen Dänen, Tschechen, Österreichern und Deutschen seit 1945 hat auch aufgrund der zunehmend selbstkritischeren Beleuchtung aller Beteiligten eine ganz andere Qualität angenommen als z.B. leider die zu Polen.

> Die Gewinnung der Bevölkerungen für das zentraleuropäische Projekt könnte jedoch unter Umständen nur dann gelingen, wenn Deutschland es schafft Tschechien und Österreich von den jeweiligen Kooperationen wie der Visegrád Gruppe, dem Austerlitz Format, der Zentraleuropäischen Initiative (CEI) sowie der Zentraleuropäischen Verteidigungskooperation (CEDC), durch lukrative Angebote abzuwerben. Hier könnte der Ausbau bzw. die Schaffung maritimer Knotenpunkte für Tschechien und Österreich; Vertiefung der tschechischen Partnerschaft mit den sorbischen Bürgern der Ober- u. Niederlausitz; die Abtretung oder eine gemeinsame Verwaltung von Schleswig-Holstein, Hamburg und Vorpommern-Rügen zur Größenangleichung, Überlassen der Marinehoheit, sowie föderative Finanzierung des Küstenschutzes an/mit Dänemark (möglichst unter der Voraussetzung einer vollständigen Unabhängigkeit Grönlands und der Färöer); gleiche Stimmengewichtung unter den “neuen” Bundesländern im Bundesrat (“Federal Council of [West] Central Europe”); die generelle Etikettierung und Beschilderung im gesamten dtspr. Gebiet auch in tschechischer und dänischer Sprache u. umgekehrt, die Grundlagenvermittlung der tschechischen und dänischen Lingua an dt. aber auch österreichischen Schulen u. umgekehrt einen entsprechenden Beitrag leisten. Nicht der Zwang sondern Freiwilligkeit ist dabei oberstes Gebot. Gelänge dieses Bemühen nicht im Verbund mit allen zusammen, verbliebe nur die Profilierung in einer jeweils kleineren Variante. Wobei die Vereinigung von Dänemark und Deutschland hierfür die Grundlage schaffen könnte. Die Mitgliedschaft Dänemarks im Nordischen Rat, steht dem (aufgrund des Schleswig-Holsteinischen Beobachtungsstatus) nur bedingt entgegen.

> Weiterhin müsste sich die BRD (eventl.) spätestens dann, um einer von Dänemark, Tschechien und Österreich mit großer Sicherheit nicht tolerierten deutschen Dominanz zu begegnen und dem föderalen Gedanken weiter Rechnung zu tragen, in 3 bis 4 Bundesstaaten oder Bundesländer aufspalten bzw. zusammenfassen. Diese Völkerechts- bzw. Staatsrechtssubjekte würden dann einerseits automatisch oder andererseits vertraglich mit den gleichen Selbstverwaltungskompetenzen ausgestattet wie die anderen beiden ehemaligen Habsburger Lande und dem Königreich. Wobei der Status aller 6 flächenmäßig vergleichbar großen Mitglieder dann auf einheitlichem bundesstaatlichen oder gliedstaatlichen Niveau liegen würde. Auch könnte die Kompetenzverteilung manifest zu Gunsten der unteren Regionalebene, aus Gründen der Gefahr drohender Aushöhlung der Selbigen und Terminierung der Wertschöpfung, stärker als bisher Geschehen, verschoben werden. Dies impliziert auch die Selbstverständlichkeit einer partiellen aber umfänglichen Autonomie der 6 Bundesländer innerhalb der Gemeinschaft, im Falle der Verwirklichung eines Bundesstaates. Anders sieht dies natürlich bei der Umsetzung des Staatenbundes aus, wo die Weisungen primär von den Regierungen der beteiligten Staaten in Richtung Regionen und Bund ausgehen. Wonach der Bund dann als Primus inter pares die vorrangige oder einzige gemeinsame Interessenvertretung der Bundesstaaten innerhalb der EU übernimmt (übertragen auf Gesamteuropa bedeutet dies für den EU Rat die Limitierung der Abordnungen von bisher 28 [künftig vielleicht sogar 41] auf lediglich max. 12 [die Anzahl der „Sterne“ im EU Banner mit 12 Sternen] bis 13 [EU Banner mit 13 Sternen]). Somit wäre, durch das Verlassen der bisherigen NUTS Ebenen, die Bereitschaft zur Gemeinschaft, im Verbund mit einer absolut gleichen Stimmrechtsverteilung (z.B. 50 Sitze pro Bundesstaat/land in einem Bundesrat), für die drei Bevölkerungsschwächeren Mitglieder ungemein höher. Die leichte Verschiebung der Stimmengewichtung, angesichts der unterschiedlichen Einwohnerzahlen, könnte dabei jedoch zu etwas Unbill führen, weshalb die vergleichbare flächenmäßige Einteilung der Beteiligten unumgänglich wäre.
> Um ein harmonisches Zusammenleben im Bund zu sichern, sollten gesetzlich untermauerte Transferleistungen temporär vermieden werden. Diese könnten aber bei drohenden negativen Verschiebungen unter Einsatz eines unabhängigen, an Forderung von Gegenleistungen gebundenen Kontrollrates vermittelt werden. Wobei dann wieder auf die Sicherung der bis Dato bestehenden Selbstständigkeit bezüglich einer umfassenden Subsidiarität jederzeit Bezug genommen werden müsste.
> Die, nach Möglichkeit, Ressort bezogenen Beschlüsse des Bundesrates können nur im Gesamten bzw. zu gleichen Teilen der vertretenen Bundesstaaten / Bundesländer erfolgen. Eine Sezessionsklausel als Druckmittel gegen die Aufweichung oder für den Erhalt vereinbarter dezentraler Kompetenzen und Strukturen ist nicht zwingend förderlich, könnte andererseits aber die Aufbietung bzw. das Engagement für den Bund steigern.

 

Die 13 fiktiven Bundesstaaten oder Staatenbünde Europas bzw. der EU (Karte 1 / 13a)/ Einwohnerzahl, Größe:

NORTHWEST EUROPE / ~5,7 Mio. E. / ~490000 km²
NORTHEAST EUROPE / ~15,6 Mio. E./ ~786000 km²
ATLANTIC EUROPE / ~70 Mio. E. / ~320000 km²
NORTH SEA EUROPE / ~29,2 Mio. E. / ~75000km²
BALTIC EUROPE / ~6,2 Mio. E. / ~176000 km²
WEST EUROPE / ~67 Mio. E. / ~544000 km²
WEST CENTRAL EUROPE / ~86 Mio. E. / ~399000 km²
EAST CENTRAL EUROPE / ~38,6 Mio. E. / ~313000 km²
SOUTH CENTRAL EUROPE / ~36,1 Mio. E. / ~325000 km²
EAST EUROPE / ~23 Mio. E. / ~272000 km²
SOUTHWEST EUROPE / ~56,9 Mio. E. / ~599000 km²
SOUTH EUROPE / ~69,5 Mio. E. / ~343000 km²
SOUTHEAST EUROPE / ~38,8 Mio. E. / ~508000 km²

 

Maximal mögliche Bevölkerungszahlen der CE bzw. CEU:

=> bis ~120 Mio. Menschen möglich
(Flächenbedarf für jährlichen pro Kopf Verbrauch tierischer und pflanzlicher Lebensmittel:
optimale Versorgung mit ~2500 m² [0,0025 km²] / eingeschränkte Versorgung mit ~1500 m² [0,0015 km²])

zur Verfügung stehende Nutzflächen in Deutschland ~170000 km² (max. 200000 km² möglich)

zur Verfügung stehende Nutzflächen in Dänemark ~26000 km²

zur Verfügung stehende Nutzflächen in Österreich ~30000 km²

zur Verfügung stehende Nutzflächen in Tschechien ~35000 km² (derzeit nur 25000 km²)

= gesamt Zentraleuropa: 261000 km²

(Finanzierbarkeit und Flächenverbrauch für Versorgungs- u. Wohnungsbau grob miteinbezogen)

 

Wohlstandswahrung und Integration, aber wie?

Anspruch auf solidarische Versorgungsleistungen ausschließlich für Kinder, Alte (natürlich unter Berücksichtigung eingebrachter Verpflichtungen) und Bürger mit eingeschränkter Gesundheit. 

Ein arbeitsfähiger Bürger, ohne bis Dato erbrachte Leistungen, sollte nicht auf Grund von Umverteilung und damit zu Lasten zweiter, dauerhaft, in den Genuss gemeinschaftlicher Zuwendungen kommen. Darauf besteht kein Anrecht.

Ein Recht auf politische Mitbestimmung darf nur denjenigen zugute kommen, welcher (bis auf zwei der oben erwähnten Ausnahmen) mit seiner Arbeitskraft willens ist den notwendigen gesellschaftlichen Beitrag leisten zu wollen.

Bei aus dem Aussland stammenden Migranten dürfte die Erteilung der  (west) zentraleuropäischen Staatsbürgerschaft frühestens (abhängig von der Vollendung  des 21. Lebensjahres und unabhängig von den Rahmenbedingungen wie Asylstatus, Heirat etc.) erst nach dem  Aufenthalt von 12 Bewährungsjahren (in denen u.a. auch die Zeit der Arbeitsausübung und die Effektivität des Sprach- sowie Normen Erwerbs analysiert wird) bewilligt werden.

Das Definieren der Lebensleistung über das Prinzip Arbeit, mag in einer zunehmend automatisierten Welt etwas grotesk anmuten. Dennoch ist es momentan noch die einzige Möglichkeit eine erfolgreiche Integration zu garantieren.




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